Gerne öffne ich die Pforten meines Textmuseums: einen virtuellen Ort, welchen ich mit Musse pflege und hin und wieder öffne für all jene, die die Kunst des konzentrierten Lesens und Verstehens noch beherrschen. 

Das Ungesagte drängt sich ungeniert in den Vordergrund. In Sofi Oksanens Roman Hundepark geschieht das Unvermeidliche, das schon längst Befürchtete, das ambivalent Erwartete. Am Ende ihres grossartigen neuen Romans steht die unmittelbare Bedrohung durch ihre Verfolger im Raum:

Ich roch dich schon im Vorraum. Du lagst in der Luft, die mein Zuhause elektrisiert hatte wie am Vorabend eines grossen Festes und noch bevor ich die Küche betrat, wusste ich, dass auf der Spüle eine Tasse stehen würde, die ich nicht dorthin gestellt hatte. Du benutztest manchmal alte KGB-Tricks. Die fandest du billiger und wirksamer als Waffenmetall. Angeblich kam die Botschaft immer an.

Sofi Oksanen: Hundepark. Kipenhauser & Witsch, 2022.
Ausstellungsstücke: 001 Sarah Kirsch 002 Martin Walser 003 Annette Droste Hülshoff 004 Sofi Oksanen